Intervallfasten – Intermittierendes Fasten als Ersatz für klassische Diäten

Intervallfasten – Intermittierendes Fasten als Ersatz für klassische Diäten

16. Mai 2018 Aus Von John Garcia
Intervallfasten – Intermittierendes Fasten als Ersatz für klassische Diäten
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Spätestens seit Eckart von Hirschhausen in einer Talkshow über das Intervallfasten gesprochen hat, ist das Thema Intervallfasten unter Abnehmwilligen ein beliebtes Gesprächsthema. Der Arzt und Kabarettist, dessen amüsante Medizinshows und Bücher vielen Menschen ein Begriff sind, hat schon über zehn Kilogramm mit Intervallfasten abgenommen. Nach eigenen Angaben fühlt er sich pudelwohl mit seinem neuen Gewicht, und das sieht man ihm auch an. Er hat jetzt noch mehr Energie, und das will bei einem Energiebündel wie Hirschhausen schon etwas heißen!
Vielleicht ist Intervallfasten auch etwas für dich? Ich habe hier einiges Wissenswertes rund um das Thema Intervallfasten zusammengetragen, um dir einen schnellen und informativen Überblick über das Thema zu geben.

Was ist eigentlich Intervallfasten?

Die Bezeichnung dieses neuen Abnehmtrends spricht für sich: Es wird nicht wie bei Fastenkuren, wie man sie bislang kannte, mehrere Tage oder sogar Wochen gefastet, sondern in Intervallen. Diese Intervalle betragen zum Beispiel sechzehn Stunden. Es wird dann von 16:8-Intervallfasten gesprochen. Wann man die Essenspause einlegt, kann man sich selbst aussuchen. Viele Menschen bevorzugen die Nacht, in der man ja sowieso schläft und kein Hungergefühl hat.

Eigentlich ist die genauere Bezeichnung für Intervallfasten “Intermittierendes Fasten”, von lateinisch intermittere = unterbrechen. Da die Essenszeiten nur unterbrochen werden, und nicht wie bei einer Fastenkur nach einigen Tagen der Fastenvorbereitung ganz unterlassen werden, ist es auch nicht nötig, den Körper mit Abführmitteln dazu zu bringen, den Darm vollständig zu entleeren. Das ist schon einmal ein Aspekt, der aus meiner Sicht sehr für Intermittierendes Fasten spricht. Aber auch die Aussicht, regelmäßig essen zu können, ist doch ganz schön verlockend.
Intermittierendes Fasten kann aber auch mit anderen Zeitfenstern arbeiten: Es gibt unter anderem noch die 5:2-Methode: Dabei wird an fünf Tagen ganz normal gegessen und an zwei Tagen hintereinander werden nur 500-600 Kalorien zu sich genommen.

Für wen welche Intervallfasten-Methode die richtige ist, ist Typsache: Während die einen lieber den täglichen Rhythmus mit voller Essenszufuhr in acht Stunden bevorzugen, fällt es einigen leichter, zwei Tage am Stück mit sehr wenig Essen auszukommen und an fünf Tagen in der Woche “ganz normal” zu essen.

Intermittierendes Fasten ist für erwachsene Menschen jeden Alters geeignet. Besonders Frühstücksmuffel, die ungern vor der Mittagszeit Nahrung zu sich nehmen, finden im Intervallfasten eine sehr geeignete Methode, denn ihnen wird der sechzehnstüngige Essensverzicht sowieso nicht allzu viel ausmachen. Wer schon immer die Regel befolgt hat, nach 17 Uhr keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen, braucht nur noch zu beherzigen, dass er vor 11 Uhr vormittags nichts isst, und schon hat er die tägliche Fastenperiode von sechzehn Stunden erreicht.

Intervallfasten - Intermittierendes Fasten als Ersatz für klassische Diäten

Darum hilft Intervallfasten beim Abnehmen

Der menschliche Körper kennt eigentlich keine Probleme mit kurzen Hungerperioden. Er greift dann auf die Energiereserven im Gewebe und in verschiedenen Organe zurück. Intervallfasten verhilft zu einem verbesserten Zucker- und Fettstoffwechsel. So gewöhnt sich der Körper nicht an weniger Essen, denn nach den Intervallen darf wieder ganz normal gegessen werden. Darum bleibt der gefürchtete “Jo-Jo-Effekt” aus, der bei vielen nach einer Diät zu einer schnellen und noch höheren Gewichtszunahme als vor der Diät führt. Schon viele Studien belegen, dass wer so isst, dass er nur zu achtzig Prozent satt wird, sogar eine längere Lebenserwartung hat.
Innerhalb der Essenszeiten (acht Stunden am Tag) kann noch mal eine Gewichtsreduzierung erreicht werden, wenn man nur zwei Mahlzeiten zu sich nimmt. Und bei sehr großem Hunger helfen auch mal ein paar Nüsschen zwischendurch, das ist gesund und macht längere Zeit satt. Viele, die Intermittierendes Fasten erfolgreich ausprobiert haben, wechseln im Lauf der Zeit sogar wie von selbst zu gesünderem Essen wie frischem Gemüse, Obst, weißem Fleisch und viel Eiweiß, wie es in Joghurt, Quark und Milch enthalten ist. Du schlägst also sozusagen mehrere Fliegen mit einer Klappe und das Ganze ohne Sport und Muskelaufbau zur Fettverbrennung.

Muskelaufbau trotz Intervallfasten – Ist das Möglich?

Wer als sportlicher Mensch auf Sport und Muskelaufbau während des Intervallfastens nicht verzichten will, sollte die Trainingsphasen innerhalb der Essenszeiten legen. Es empfiehlt sich, als erste Mahlzeit nur einen kleinen Snack zu sich zu nehmen und danach ins Fitnessstudio zu gehen. Anschließend kannst du dann richtig Essen, wobei du natürlich darauf achten solltest genug Eiweiß zu dir zu nehmen!

Angst vor Muskelabbau während des Intervallfastens ist unbegründet, denn während der Fastenphasen schüttet der Körper vermehrt das Wachstumshormon HGH (Somatropin) aus. So werden Muskeln nicht nur vor dem Abbau geschützt, sondern es wird sogar zusätzliche Muskel- und Knochenmasse gebildet. Dieses körpereigene Wachstumshormon gelangt über Blutkreislauf an die Zellen. Es kommt also zu einem gewissen Muskelaufbau ohne Sport, wobei die Ergebnisse mit Sport natürlich deutlich besser ausfallen werden!

Intervallfasten - Intermittierendes Fasten als Ersatz für klassische Diäten

Welche Lebensmittel sind erlaubt, welche verboten?

Eigentlich kann man beim 8:16-Intervallfasten alles essen, was man möchte. Es gibt keine verbotenen Lebensmittel. Allgemeine Ernährungsprinzipien zu beachten, schadet aber nicht. Viel Obst und Gemüse, weißes Fleisch (besonders wenig rotes Fleisch wegen Auswirkungen auf den Bluthochdruck), wenig Zucker und viel trinken sind immer Garanten für eine ausgewogene Ernährung. Völlig unkontrollierte Schlemmertage wirken allerdings eher kontraproduktiv. Diese sind aber eher unwahrscheinlich, da Intermittierendes Fasten mit der Zeit sowieso das Hungergefühl senkt, da man sich mit der Zeit daran gewöhnt, sechzehn Stunden am Stück nichts zu essen.

Mein Fazit

Schon viele Menschen schwören auf Intermittierendes Fasten, denn sie stellen bei sich viele gewünschte Nebeneffekte fest:

  • Die Gedächtnisleistung verbessert sich.
  • Das lästige Nachdenken, was man als nächste Mahlzeit zu sich nehmen könnte, verschwindet für sechzehn Stunden
  • Man fühlt sich körperlich fitter, denn der Körper hat Zeit, Nahrung in Ruhe zu verwerten und wird nicht mit immer wieder neuen Verdauungsvorgängen konfrontiert
  • Intervallfasten soll präventiv wirken gegen verschiedene Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer Demenz, Arteriosklerose, Diabetes und Herzkrankheiten
  • Fasten allgemein, und daher auch Intervallfasten, gilt als Krebsprophylaxe, da der Zellreinigungsprozess (Autophagie) beschleunigt wird. Ist dieser Prozess zu langsam, können leichter Tumore entstehen.

Allerdings sind dies Erfahrungswerte. Eine wissenschaftlicher Beleg steht noch aus. In der InterFAST-Studie von 2016 wurde Intermittierendes Fasten von zwei Universitäten in Graz an Probanden untersucht. Ergebnisse werden in diesem Jahr erwartet.

So kann man zurzeit feststellen, dass Intervallfasten auf die meisten Menschen eher eine gesunde als eine schädliche Wirkung hat, Schwangere oder chronische Kranke oder Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen oder unter starkem Stress stehen, sollten jedoch nicht (Intervall-) fasten. Die Erfahrungsberichte vieler Menschen zeigen eine positive Auswirkung auf die Gesundheit und die subjektive Erfahrung, sich fitter zu fühlen. Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse noch ans Tageslicht kommen.

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