Qi Gong – Chinesische Meditation mit Kampfkunst Einflüssen

Qi Gong – Chinesische Meditation mit Kampfkunst Einflüssen

19. Mai 2018 Aus Von John Garcia
Qi Gong – Chinesische Meditation mit Kampfkunst Einflüssen
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Qi Gong ist eine Atem-, Bewegungs- und Meditationstechnik, die Dir helfen kann, Stress abzubauen, beim Sport effektiver zu atmen und beim Kampfsport die meditativen Seiten zu entdecken. Es bedeutet jedoch auch: zur Ruhe kommen, sich sammeln, in sich hinein hören. In unserem oftmals schnellen und lauten Alltag, stellt Qi Gong eine Oase dar, die man sich mit etwas Übung für einige Minuten am Tag selber schaffen kann.

Darum ist Qi Gong gut für Deine Fitness

Qi Gong teilt sich in zwei Arten von Übungen auf:

1. die körperliche Bewegung und die Konzentration (Wai Dan)
2. die Sitzmeditation im Zusammenhang mit der Visualisierung (Nei Dan)

Am Anfang stehen beim Qi Gong körperliche Bewegungen (Formen) in Kombination mit Atemübungen bzw. -techniken. Zuerst wird es Dir noch fremd vorkommen. Oftmals ist man auf die Bewegungen fokussiert und vergisst die richtige Atmung und umgekehrt. Deshalb dauert es zumeist viele Jahre bis alles zu 100 % stimmt. Dies ist die bewegte Meditation.
Bei der stillen Meditation solltest Du die Energieflüsse und -schwankungen bei den Formen erkennen und somit den Energiefluss verbessern. Zudem werden wichtige körperliche Bereiche gedehnt.
Du kannst Qi Gong gut einsetzen  zur:

  •  Förderung der Gesundheit
  •  zur Verbesserung der Verdauung
  •  zur Stärkung des Immunsystems
  •  zum Abbau von Schmerzen
  •  zum Abbau von Stress
  •  gegen verstopfte Nasennebenhöhlen

Qi Gong - Chinesische Meditation mit Kampfkunst Einflüssen

Die Besonderheiten von Qi Gong

Jeder Organismus gibt ein bioelektrisches Feld ab. Oftmals kommt es durch Disstress (negativen Stress) zu Ungleichgewichten in diesem Feld. Im Laufe des Lebens wird dieses Ungleichgewicht immer stärker durch Stress, Wut, Trauma, Angst, zu wenig Bewegung, schlechte Kost. Das Ziel ist es, diese Imbalance wieder auszugleichen.
Das Qi soll durch unseren Körper fließen ähnlich einem Fluss. Wird das Qi durch einen Block am Fließen gehindert, können andere Teile des Körpers nicht mehr richtig versorgt werden. Die inneren Organe ermüden und bilden sich zurück. Beim Qi Gong geht es um einen Ausgleich der Energien: Defizite füllen, Mängel beseitigen.

Qi Gong – Ursprung und Tradition

Ein Beginn, um Qi Gong annähernd zu verstehen, ist der Blick auf die Bedeutung dieses Begriffes. Dabei konzentriere ich mich auf die häufigste Übersetzung, die seit den späten 1940ern benutzt wird. Qi oder auch Chi kann mit dem Begriff Lebensenergie übersetzt werden. Dabei geht es um die Energie, die durch unseren Körper fließt. Gong (Kung) kann als Arbeit oder Kultivierung verstanden werden.
Die Wurzeln liegen im alten China vor mehr als 4.000 Jahren. Die chinesische Gesellschaft war alles andere als homogen. Insofern gab es zur damaligen Zeit viele Formen dieser Bewegungsart. Sowohl die traditionelle chinesische Medizin (Vorbeugung und Heilung), der Konfuzianismus (Moral und Langlebigkeit), als auch der Buddhismus und der Daoismus verwendeten es im Kontext der Meditation. Aber auch der Kampfsport eignete es sich an, um das Können in praxi zu verbessern.
Die 1940er und 1950er wurden geprägt vom Versuch der maoistischen Regierung, Qi Gong in ein System zu pressen, um eine wissenschaftliche Basis zu schaffen. Seit dem Vorlauf der Kulturrevolution und der Kulturrevolution selbst (1958-1976) wurde es in der Öffentlichkeit nicht mehr gerne gesehen. Mit dem Tode Maos (1976) erlebte diese Atem- und Bewegungstechnik jedoch einen massiven Aufschwung in China mit bis zu 200 Millionen Praktizierenden im öffentlichen Raum. Seit 1999 tut China alles, um es wieder aus dem öffentlichen Raum und den Köpfen der Menschen zu verbannen. Die Flucht vieler Chinesen ins Ausland brachte dieser Bewegung jedoch einen weltweiten Aufschwung.

Qi Gong - Chinesische Meditation mit Kampfkunst Einflüssen

Bekannte Wettkämpfe

Qi Gong lässt sich in fünf wichtige Bereiche einteilen:

  •  Taoismus
  •  Buddhismus
  •  Konfuzianismus
  •  Medizin
  •  Kampfsport bzw. Kampfkunst

Ich habe Qi Gong nie als eigenständigen Kampfsport gesehen. Zum ersten Mal ist mir jedoch die wichtige Verbindung zwischen dieser Atem-, Bewegungs- sowie Meditationstechnik und Kampfsport bei Berichten über das weltbekannte Shaolin Kloster in China bewusst geworden. Dort wird der Kampfsport Kung Fu betrieben. Machst Du asiatischen Kampfsport, werden Dir hier und da bestimmte Formen bekannt vorkommen. Der Kampfsport wurde durch den äußeren Ausdruck des Qi Gongs beeinflusst. Noch wichtiger ist jedoch das Ausüben der Bewegungs-, Atem- und Meditationstechnik mit Blick auf den inneren Stil. Das Qi bildet bei einigen Arten des Kampfsports den inneren Ausdruck als die Grundlage der Macht.

Mein Fazit

Mir hat Qi Gong im Kontext von stressigen Situationen geholfen. Wiederholt man diese Bewegungsübungen viele Jahre, reicht es, die Atemübungen nur kurz durchzuführen, um wieder das Ziel vor Augen zu haben. Beim Ausdauersport hilft es mir, bei intensiven Einheiten schneller wieder zu Atem zu kommen. Die Übungen (insbesondere die Atemübungen) helfen, positiver zu denken, den Körper besser zu kontrollieren und sich ein Stück weit selber zu finden.

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