Jiu Jitsu – Japanische Kampfkunst für waffenlose Selbstverteidigung

Jiu Jitsu – Japanische Kampfkunst für waffenlose Selbstverteidigung

19. Mai 2018 Aus Von John Garcia
Jiu Jitsu – Japanische Kampfkunst für waffenlose Selbstverteidigung
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In Deutschland zählt Jui-Jitsu nicht zu den bekanntesten Kampfsportarten, aber es lohnt sich aufjedenfall mal einen Blick drauf zu werfen und eventuell mal ein Training mit zu machen.

Darum ist Jiu-Jitsu gut für deine Fitness

Der Kampfsport Jiu-Jitsu ist für Körper und Geist wie ein Fitnesstraining. Dicke Muskeln darfst Du jetzt nicht erwarten, denn dafür gibt es andere Sportarten, doch es trainiert Deinen Körper auf eine einzigartige Weise. Deshalb gefällt mir der Kampfsport Jiu-Jitsu so besonders gut. Zunächst lernst Du, die Angst zu fallen, zu überwinden. Bei diesem Kampfsport wird geworfen, verknotet, kontrolliert, sodass Du Deinen Körper speziell in Stresssituationen bewusst wahrnehmen kannst.

Darüber hinaus wird Dein Gleichgewichtssinn geschult, damit Dein Körpergefühl und Achtsamkeit zunehmen. Deine Atmung wird ebenfalls gestärkt. Kontrollierter Stress wird durch bewusstes Atmen reguliert. Diese Fähigkeit kann für Dein gesamtes Leben wichtig sein. Jiu-Jitsu kommt ohne unnötige Körperkraft aus und stellt sich als sanfte Kunst dar. Es verbessert Deine Kraft. Auch Deine Ausdauer wird optimiert. Bei diesem Kampfsport geht es darum, Deine Balance wiederherzustellen, nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale.

Jiu Jitsu - Japanische Kampfkunst für waffenlose Selbstverteidigung

Die Besonderheiten von Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu ist ein Kampfsport, der für jedes Alter und Geschlecht geeignet ist. Du erlernst vielzählige Möglichkeiten, Dich selbst zu verteidigen. Selbstbewusstsein und Charakter werden dabei gestärkt. So trägt der Sport dazu bei, Konflikte friedlich zu lösen. Das Wort Jiu bedeutet so viel wie, dass die Kraft des Gegners genutzt wird, damit dieser überwältigt werden kann. Die Kraft des Gegners wird mit der eigenen verbunden. Schnelles Ausweichen und geschickte Techniken sorgen dafür, dass der Schwung des Gegners gegen ihn selbst gerichtet wird. Der Begriff Ju bedeutet bereitwillig oder nachgebend. Häufig übersetzt man ihn auch mit weich.

Doch das klingt eher verwirrend, da der Kampfsport nichts mit Schwäche zu tun hat. Du benötigst zwar für die verschiedenen Techniken ein gewisses Kontingent an Kraft, doch es geht bei diesem Sport eher um Überlegung, Selbstbeherrschung und Schnelligkeit. Der Begriff Jitsu verbindet Kriegskunst mit einer Kampfmethode und nicht mit ästhetischen oder sportlichen Zielen. Auf Deutsch würde der Kampfsport nachgebende Kriegskunst heißen. Es ist also eine Kunst, welche die Kraft eines Gegners nutzt. In den verschiedenen Techniken kommen als Angriffs- oder Verteidigungsformen unterschiedliche Techniken zum Einsatz: Treten, Schlagen, Hebeln, Würgen, Fesseln, Einschnüren, Werfen, unbeweglich machen, zu Boden drücken und Gelenke verdrehen.

Jiu-Jitsu – Ursprung und Tradition

Wie bei vielen anderen Kampfkünsten, die aus Asien stammen, kann die Herkunft von Jiu-Jitsu nicht mehr zuverlässig festgestellt werden. Von einigen Schulen gibt es überlieferte Handschriften, die dazu tendieren, die Unterschiede zu wiederum andere Schulen zu überlagern. Dabei soll der Einrichtung ein hohes Alter verliehen werden. Erst spät gab es Druckwerke, die das Wissen veröffentlichten. In einem Entstehungsmythos wird das Prinzip, also das Nachgeben, um damit zu siegen, sehr verdeutlicht. Dort steht weiterhin, dass Akiyama Shirobei Yoshitoki, bei dem es sich um einen Arzt handelte, der im 16. Jahrhundert in Nagasaki lebte, auf einer Reise durch China nicht nur sein medizinisches Wissen verbesserte, sondern auch im waffenlosen Kampf unterrichtet wurde.

Er stellte dabei die körperliche Stärke als Prämisse fest, die Techniken überhaupt ausführen zu können. Als er wieder zurück in Japan war, unterrichtete er selbst diese Kampfkunst namens Hakuda, die er aus China mitgebracht hatte. Vielen seiner Schüler gefiel dieses kraftbetonte System nicht und sie wandten sich ab. An einem Wintertag beobachtete der Arzt, wie sich die starren und massiven Äste einer Kiefer unter Schneemassen wanden und schließlich brachen. Die dünnen Äste einer Weide, die neben der Kiefer stand, bogen sich nur so lange herunter, bis der Schnee an ihnen abgeglitten war. Dann richteten sie sich einfach wieder auf. Diese Beobachtung inspirierte ihn und so gründete er eine erste Schule, die er Kunst der Nachgiebigkeit nannte.

Jiu Jitsu - Japanische Kampfkunst für waffenlose Selbstverteidigung

Bekannte Wettkämpfe

1923 gründete Erich Rahn seinen Reichsverband für die Kampfsportart Jiu-Jitsu. Heute handelte sich dabei um den Deutschen Ring Erich Rahn e. V. Der erste Vorsitzende wurde Walter Strehlow. 1926 gab es die erste deutsche Einzelmeisterschaft in dieser Kampfsportart. Drei Jahre später fanden die ersten internationalen Wettkämpfe zwischen dem Ersten Deutschen Jiu-Jitsu-Club e. V. Frankfurt am Main und dem Budokwai London statt. Bei den Regelabsprachen zwischen Alfred Rhode, Edgar Schäfer, Philip Breitstadt für Deutschland, Marcus Kaye für England und Meister Koizumi erkannten sie, dass sich dieser Kampfsport weniger gut für einen direkten vergleichenden Wettkampf eignet, da er in erster Linie zur Selbstverteidigung gedacht ist.

Mein Fazit

Mir gefällt der Kampfsport Jiu-Jitsu sehr gut, weil er erstens Selbstbewusstsein und Charakter stärkt, aber auch die Kondition erhöht und die Kraft des angreifenden Gegners für sich selbst genutzt wird. Er ist auch etwas für zierliche Frauen, wie mich, denn ich kann mich fit halten und mich bei Bedarf gegen einen Angreifer wehren. Wenn Du selbst diesen Kampfsport ausüben möchtest, tust Du nicht nur Deinem Körper etwas Gutes, sondern sorgst auch viel mentale Ausgeglichenheit.

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