Aikido – Die japanische Kampfsportart wird auch in Deutschland immer beliebter

Aikido – Die japanische Kampfsportart wird auch in Deutschland immer beliebter

19. Mai 2018 Aus Von John Garcia
Aikido – Die japanische Kampfsportart wird auch in Deutschland immer beliebter
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Du suchst nach einem Fitnesstraining mit dem gewissen Etwas, das nicht nur Muskeln und Ausdauer stärkt? Wie wäre es mit Aikido? Mit diesem japanischen Kampfsport trainierst du nicht nur Kraft und Kondition, sondern verbesserst auch Körpergefühl, Koordination, Reaktion und Beweglichkeit. Und das alles vor dem Hintergrund einer zutiefst friedlichen Philosophie.

Darum ist Aikido gut für deine Fitness

Als Kampfsport fordert Aikido deinen gesamten Körper in hohem Maße. Das Training beginnt mit leichtem Aufwärmen und Dehnen, um deinen Körper auf die Anstrengungen vorzubereiten und die Muskeln geschmeidig zu machen. Mit Übungen wie dem Ausfallschritt zur Seite werden deine Muskeln werden nicht nur auf die kommende Belastung eingestimmt, sondern auch gekräftigt.

Du wirst schon nach ein paar Wochen regelmäßigen Trainings bemerken, wie dieser japanische Kampfsport deine Haltung verbessert und deine Muskeln kräftigt. Zuerst lernst du die Kunst des richtigen Fallens. Falsch fallen kann nicht nur weh tun, sondern auch zu Verletzungen führen. Lass dir gesagt sein: Fallen üben ist anstrengend! Das richtige Abrollen fordert nicht nur die Muskulatur des gesamten Körpers: Bauch, Rücken, Beinen, Armen und Hals. Du trainierst dabei auch deine Koordination und dein allgemeines Körpergefühl – das hilft dir bei anderen Sportarten ebenso wie im Alltag.

Im Mittelpunkt des Trainings stehen Partnerübungen. Einer mimt den Angreifer, der andere den Verteidiger. Beide Rollen folgen bestimmten Bewegungsmustern, die nach und nach erlernt werden. Ergänzt werden die Partnerübungen durch spezifische Übungen zur Steigerung von Kraft und Beweglichkeit. Später kommen Übungen mit Stock, Schwert und Messer hinzu. Die vielen verschiedenen Kampfstile reichen von eher ruhig und meditativ bis zu dynamisch und sportlich. Sieh dir mehrere Vereine an, um den richtigen zu finden. Doch egal, welchen Stil du betreibst: Die Begegnung von Angreifer und Verteidiger erfordert wie das Fallen gute koordinative Fähigkeiten und hohe Körperspannung. Du siehst, dieser Kampfsport bietet ein Ganzkörper-Workout im besten Sinne.

Aikido - Die japanische Kampfsportart wird auch in Deutschland immer beliebter

Die Besonderheiten von Aikido

Aikido ist als Kampfsport eine Bewegungskunst. Grundlage ist also die Beinarbeit, die durch einen tiefen Körperschwerpunkt erleichtert wird. Dazu kommen die Armbewegungen, etwa Griffe, Schläge und Gesten der Abwehr. Die einzelnen Bewegungen vereinigen sich in einer fließenden Gesamtbewegung, die das Wesen dieses Kampfsports ausmacht. Damit unterscheidet er sich von eher schlag- oder trittbetonten asiatischen Kampfkünsten wie Karate und Taekwondo oder dem Judo mit seinen Klammergriffen und Würfen. Wie bei diesen werden beim Aikido Körper und Geist trainiert. Mir kommt es manchmal wie eine Meditation in Bewegung vor.

Du wirst sehr schnell merken, wie wichtig tiefe Konzentration und Hingabe an die jeweilige Bewegung sind. Anders als bei anderen Kampfsportarten ist das Ziel nicht, den Gegner durch die eigene Kraft zu bezwingen. Beim Aikido nutzt du die Kraft und den Schwung des Angreifers und lässt beispielsweise durch einen Schritt zur Seite und die richtige Grifftechnik deinen heranstürmenden Gegner scheinbar mühelos durch die Luft wirbeln. Aikido ist ein friedlicher Kampfsport: Hast du den Angriff deines Gegners abgewehrt, gehst du nicht zum Gegenangriff über.

Aikido - Die japanische Kampfsportart wird auch in Deutschland immer beliebter

Aikido – Ursprung und Tradition

Der Japaner Ueshiba Morihei entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Kampfkünsten seiner Heimat einen neuen Kampfsport, den er 1942 Aikido taufte, übersetzt etwa: der Weg zur Harmonie der Kräfte. Von Anfang an besaß diese Kampfkunst mit ihrer friedliebenden Philosophie neben dem körperlichen Aspekt eine starke geistige Dimension. Ziel ist die Harmonie der Energien von Angreifer und Angegriffenem. Aikido dient ausschließlich der Verteidigung. Der Angreifer soll nicht verletzt, sondern zur Ruhe gebracht werden.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts breitete sich der Kampfsport von Japan ausgehend weltweit aus. Er wird vorrangig von erfahrenen Meistern in speziellen Aikido-Schulen, den sogenannten Dojos (Hallen), gelehrt. Es gibt sechs Schülergrade, die kyu. Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten werden diese zumeist nicht durch Gürtel unterschiedlicher Farbe gekennzeichnet. Auf die kyu folgen die Meistergrade, die dan. Bis zum vierten dan erlangst du diese durch Prüfungen, darüber werden sie verliehen. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten kannst du beim Aikido nur Prüfungen ablegen. Wettkämpfe finden nicht statt.

Mein Fazit

Mich faszinieren beim Aikido besonders die Eleganz der Bewegungen und das Zusammenspiel von Angreifer und Verteidiger. Es ist fast wie eine Choreografie. Doch bei aller vermeintlichen Leichtigkeit solltest du nicht übersehen, wie körperlich anstrengend dieser Kampfsport ist. Mich hatte er vom ersten Moment an gepackt. Als ich in den ersten Stunden vor allem Fallen und das richtige Abrollen lernte, durchflutete mich eine kindliche Freude. Und ich habe schon bald auch im Alltag meine verbesserte Körperwahrnehmung und allgemeine Fitness gespürt.

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