10 Kilo in 4 Wochen abnehmen – Wunsch-Gedanke oder geht das wirklich?

10 Kilo in 4 Wochen abnehmen – Wunsch-Gedanke oder geht das wirklich?

28. Mai 2018 Aus Von John Garcia
10 Kilo in 4 Wochen abnehmen – Wunsch-Gedanke oder geht das wirklich?
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Wer kennt es nicht? Die ersten sommerlichen Temperaturen locken Dich ins Freibad, die Hochzeit Deiner Schwester steht an oder ein Blick in den Spiegel spricht: “Du musst dringend abnehmen!”. Auch ich kenne das: Der Auslöser war ein eigentlich schönes Urlaubsfoto auf einem prächtigen Araber-Pferd vor Kairos Pyramiden bei strahlend blauem Himmel mitten im November. Als der Tourguide abdrückte, freute ich mich schon auf Likes und Herzchen meiner Freunde bei Facebook und auf neidische Kommentare zu meinem Sommerurlaub mitten im Winter.
Doch zum Hochladen kam es nicht, denn ich musste mir eingestehen, dass der einzige, ehrliche Kommentar meiner Freunde eher in die Richtung: “Das arme Pferd!” gehen würde. Ein ansehnlicher Rettungsring, der auch als Schlauchboot dienen könnte, lag auf meinen viel zu dicken Oberschenkeln. Was nun?

10 Kilo in 4 Wochen abnehmen - Wunsch-Gedanke oder geht das wirklich?

Diätversuche und ihre (Miss)Erfolge

Auch das kennst Du sicher. Dieser Moment war nicht der erste, an dem ich dachte, ich müsste mal etwas für meine Figur tun. Auch konnte ich schon diverse Erfolge verzeichnen: Low-Carb, Low-Fat, Intervallfasten, Shake-Kur oder ein Pulver aus der Apotheke: All diese Mittel hatten mir bereits mehrfach zu einigen Erfolgen verholfen. Nicht zuletzt hatte mir ein intensives Sportprogramm in Kombination mit einer selbst auferlegten Low-Carb-low-Fat-Geißelung einen Abnehmerfolg von 10 Kilo in nur 4 Wochen beschert.

Das war zwar Anfang des Jahres, doch diese eingeschränkten Ernährungsversuche hält wohl keiner lange durch, der auch gern mal Pizza, Pasta und Co in Gesellschaft isst oder allgemein gern die Anwesenheit anderer beim Essen genießt. Die mühsam abtrainierten 10 Kilo kamen nicht nur wieder, sondern brachten auch noch 5 Freunde mit und der Ägyptenurlaub in top Bikinifigur wurde zur Utopie.

Doch so konnte es nicht weiter gehen. Meine Jojo-Versuche, die Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen, wurden von Kollegen, Freunden und nicht zuletzt von meinem Mann müde belächelt. Diesmal wollte ich es allen aber richtig zeigen und suchte eine Methode, die nachhaltig und gesellschaftsfähig war und kleine Ausrutscher nach links und rechts verzeihen konnte.

Mathe und Körperfunktion

Dass mir ausgerechnet mein Hassfach Mathe aus der Schule dabei zur Hilfe kommen sollte, war mir eingangs nicht so klar. Ich beschäftigte mich noch im Urlaub intensiv mit den Stoffwechselfunktionen meines Körpers: Wie wurde Fett verbrannt und lagert das leckere Eis eigentlich sofort in meinem Hüftspeck ein? Wie kann es sein, dass man trotz disziplinierter Diät am anderen morgen ein “mehr” auf der Waage sieht? Was ist eigentlich ausgewogene Ernährung wirklich und wie funktioniert Muskelaufbau?

All diese Fragen ging ich unabhängig voneinander an und entdeckte, dass Abnehmen gar nicht so schwer sein muss, wie bisher angenommen.
Unser Körper braucht Energie, um zu überleben. Er atmet, schwitzt, verdaut, denkt und lebt. Diese Energie nennt man Grundumsatz. Wenn man dann noch arbeitet, Rad fährt, mit dem Hund geht oder mal Sport treibt, braucht er mehr Energie. Experten sprechen vom Leistungsumsatz. Dieser Umsatz wird in einer Einheit angegeben, die Dir sicher auch bekannt ist: Kalorien (kurz kcal). Grund- und Leistungsumsatz errechnen sich nach individueller Körpergröße, Deinem aktuellen Gewicht und Deinen Gewohnheiten, also ob Du eher aktiv unterwegs bist oder gern auf der Couch lümmelst.
Die gute Nachricht: Auf der Couch lümmelnd kann man auch mit der richtigen Ernährung abnehmen. Die Schlechte: Cellulite weg und Muskelzuwachs da ist hingegen nicht so einfach und bedarf einem Mindestmaß an sportlicher Aktivität.

Trotzdem: Meinem Abnehmziel war ich einen großen Schritt näher, da ich endlich verstand, wie mein Körper tickt.

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10 Kilo in 4 Wochen

Was hat das alles mit Mathe zu tun? Ganz einfach: Ein Kilo Körperfett sind ziemlich genau 7.000kcal. Spart man diese ein, nimmt man ein Kilo Fett ab, isst man diese zu viel, nimmt man zu. Diverse kostenlose Apps, die als Ernährungstagebuch dienen und konsumierte Lebensmittel sogar mit dem Barcode erkennen, helfen, den Überblick über die Rechnung zu behalten.
10 Kilo (Körperfett) in 4 Wochen abzunehmen heißt also, in 4 Wochen insgesamt 70.000kcal einzusparen. Pro Tag bedeutet das, dass Du 2.500kcal mehr verbrennen musst, als Du mit der Nahrung zu Dir nimmst. Wie realistisch dieses Ziel ist hängt zum einen von Deinen individuellen Umständen ab, die Du mit dem Grund- und Leistungsumsatz ermittelst und natürlich mit Deiner täglichen Aktivität. Soviel sei verraten: 2.500kcal täglich einzusparen ohne Sport ist wiederum ein sehr sportliches Ziel.

Mein Leistungsumsatz lag zu Beginn bei rund 3.500kcal. Blieben also 1.000kcal, die zum Essen und Trinken bleiben. Ein Blick in die App verrät: Auch der Kaffee schwarz hat ein paar kcal, aber 10 Latte Macciato am Sonntag in der Sonne mit Vollmilch entsprachen 1.500kcal – kein Wunder also, dass der Rettungsring zum Schlauchboot mutierte.

Ich sparte konsequent Kalorien ein. Wollte ich eine Tiefkühlpizza essen, musste ich entweder am Tag davor und danach besonders diszipliniert essen oder am Pizzatag besonders aktiv sein, um trotz “böser” Pizza abzunehmen.

Das Resultat: Nach 4 Wochen hatte ich fast 10 Kilo abgenommen. Mein Mann war baff und begann ebenfalls mit dem Zählen der Kalorien. Da er der Koch in unserer Familie ist, stellte er fest, dass unser vermeintlich gesunder Salat Dank Pinienkernen, Walnüssen und Olivenöl trotzdem 1.700kcal beinhaltet – die Ofenfrische von Wagner hingegen “nur” 1.000kcal.
Auch bei ihm purzelten die Pfunde innerhalb weniger Wochen. Nach einem halben Jahr hatten wir gemeinsam 50 Kilo abgenommen. Hinzugekommen ist ein Verständnis darüber, wie umfangreich Zu- und Abnahme und Ernährung miteinander verknüpft sind. Abnehmen heißt nicht gleich genereller Verzicht auf irgendwas. Will man Muskeln aufbauen, sind “Carbs” und “Fats” besonders wichtig – ein “low” bringt nichts!

Rückschläge auf der Waage

Ich bin ein Typ, der sich täglich wiegt: Ein Plus auf der Waage hat für mich oft das Ende einer Diät bedeutet, zeigte es doch die Sinnlosigkeit hinter der Quälerei. Heute weiß ich: Ein Plus muss nicht immer ein Plus an Körperfett sein: Du kannst unter Wassereinlagerungen leiden oder hast am Vorabend üppig gegessen und Dein Verdauungstrakt ist noch damit beschäftigt, die Nahrung zu verarbeiten. Hat man konsequent Kalorien eingespart, macht es irgendwann “wusch” und plötzlich sind es drei Kilo weniger. Das witzige: Meine errechnete Ersparnis an Kalorien entsprach zum Schluss der Abnahme in etwa der Kiloanzahl an Körperfett, die ich verloren hatte.

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10 Kilo in 4 Wochen abnehmen – Mein Fazit

10 Kilo in 4 Wochen abnehmen ist machbar, aber auch ein sehr ehrgeiziges Ziel. Du solltest Dir nicht zuviel vornehmen, denn 2.500 Kalorien sind eine Menge, möchte man diese einsparen. Auch mit einem geringeren Defizit nimmst Du ab, brauchst dann aber vermutlich länger. Je höher Dein Ausgangsgewicht ist, umso höher ist Anfangs auch Dein Grundumsatz. Das Einsparen größerer Kalorien”mengen” ist also einfacher, als zum Schluss, wenn Dien Grundumsatz geringer wird.
Tue Dir ein Deinem Körper einen Gefallen und gehe es an: Das neue Lebensgefühl ist der beste Pokal!

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